Nachlese zum 5. Internationalen CAMLOG Kongress 2014

Der 5. Internationale CAMLOG Kongress in Valencia mit Rekordteilnehmerzahl

Unter dem Motto „The Ever Evolving World of Implant Dentistry“ fand der diesjährige 5. Internationale CAMLOG Kongress vom 26.-28. Juni in Valencia statt. Mehr als 1.300 Teilnehmer aus der ganzen Welt und 66 international anerkannte Referenten und Moderatoren waren zu diesem herausragenden Event im hochkarätigen Palau de les Arts angereist, dessen großartige Architektur einen anregenden Kontrast zum gut strukturierten fachlichen Programm lieferte. Im Zentrum standen die Themen Implantatpositionierung und Versorgung zahnloser Kiefer, zu denen hochrangige Experten wissenschaftlich abgesicherte Konsensempfehlungen präsentierten.

 

Die CAMLOG Kongresse haben von jeher den Anspruch Richtungsweisendes und Richtungs-förderndes für die Dentalimplantat-Branche auszulösen. Unter dieser Maxime luden die Kongress-präsidenten Professor Dr. Fernando Guerra und Professor Dr. Mariano Sanz sowie der CAMLOG Foundation Präsident Professor Dr. Jürgen Becker zum Erfahrungsaustausch ein. Das anspruchsvolle und abwechslungsreiche Programm bot in fünf Sessions insgesamt 28 wissenschaftliche Vorträge. Die von zuverlässigen Statistiken unterstützten Ergebnisse und die bemerkenswert praktischen Herangehensweisen wurden vom fachkundigen Publikum gelobt. Denn in allen Vorträgen stand das zielgerichtete und unermüdliche Streben nach einer optimalen Versorgung der Patienten im Fokus.

 

Das wissenschaftliche Programm basierte auf Konsenspapieren

Erstmalig basierte das wissenschaftliche Programm auf erarbeiteten Konsenspapieren, dessen Publikationen wichtige Meilensteine für die CAMLOG Foundation darstellen. Dazu wurden in Valencia vier über die CAMLOG Foundation geförderte systematische Reviews vorgestellt. So erläuterte Professor Frank Schwarz, Düsseldorf, warum Implantate mit maschiniertem Schulteranteil auf Höhe des Übergangs zur mikrorauen Oberfläche eingebracht werden sollten. Eine systematische Literaturanalyse seiner Arbeitsgruppe ergab, dass das approximale Knochenniveau dadurch besser erhalten werden kann als bei subkrestaler Platzierung maschinierter Schulteranteile.

Empfehlungen zur korrekten Positionierung bei Sofortimplantation gab Dr. Arndt Happe (Münster) aufgrund der Literatur und eigener klinischer Erfahrung. So liegt die Schulter von sofort gesetzten Implantaten idealerweise 3-4 mm apikal des marginalen Weichgewebsrandes.

 

Platform-Switching bewahrt Knochen

Das Konzept des Platform-Switching scheint Vorteile zu bieten. Dafür sprechen neue Studienergebnisse und klinische Beobachtungen, die in Valencia vorgestellt wurden. Prof. Fernando Guerra untersuchte bei Einzelzahnversorungen die Veränderungen im Bereich des krestalen Knochenniveaus bei CAMLOG® SCREW-LINE Promote® Plus Implantaten, die mit Platform-Switching (PS) oder Platform-Matching (PM) Abutments versorgt wurden. Nach einem Jahr wurde bei 67,1% der Implantate in der PS-Gruppe und bei 49,2% in der PM-Gruppe ein Knochenzuwachs beobachtet.

 

Kurze Implantate ersetzen Augmentationen

Den Stand der Forschung zum Thema kurze Implantate fasste der ursprünglich aus der Schweiz stammende aber seit vielen Jahren in den USA lebende Prothetiker Professor Hans-Peter Weber (Tufts University, Boston) zusammen. Zahlreiche aktuelle Studien und systematische Literaturauswertungen zeigten, dass Implantate mit weniger als 8 mm Länge eine gute Prognose haben. Da jedoch prothetische Faktoren noch unzureichend dokumentiert sind, sollte die Prothetik auf kurzen Implantaten nach derzeitigem Stand verblockt werden.

Gute Erfolgsaussichten für kurze Implantate sieht auch Professor Robert Sader (Universität Frankfurt). Bei Verwendung von 7-mm-Implantaten verzichtet er bis zu einer Knochenhöhe von 7 mm auf einen Sinuslift. In einer laufenden Studie untersucht Saders Arbeitsgruppe die Erfolgsaussichten kurzer Implantate im Oberkieferseitenzahn-Bereich. Biomechanische Befunde sprächen für das Konzept, besonders bei bikortikaler Verankerung. Dennoch empfiehlt auch Sader, prothetische Parameter sehr genau zu beachten.

 

Angeregte Podiumsdiskussion

Den Höhepunkt der beiden Kongresstage bildete die Podiumsdiskussion zum Thema „Komplikationen – was können wir daraus lernen?“. Dazu stellten in der sechsten Session vier Experten in der Praxis aufgetretene Komplikationen von Implantatbehandlungen beziehungsweise
-versorgungen vor. Zur Diskussion der Lösungsansätze wurden Kongressteilnehmer auf das Podium gebeten und auch die Teilnehmer im Auditorium wurden zur Abstimmung der Behandlungsoptionen zu Rate gezogen.

 

Workshops mit Hands-on

Viele Teilnehmer nutzten auch die große Chance und besuchten am Kongressvortag praktische oder theoretische Workshops. Dort wurden von renommierten Referenten wissenschaftlich fundierte chirurgische und prothetische Techniken und Behandlungskonzepte für den Praxisalltag erläutert. Die Workshops boten hervorragende Gelegenheiten zum direkten fachlichen Austausch mit den Referenten und Industriepartnern. Auch konnten die daraus gewonnenen Eindrücke in den folgenden beiden Kongresstagen in kollegialen Gesprächen vertieft werden.

 

CAMLOG Foundation Forschungspreis

Erneut wurde im Rahmen eines Internationalen CAMLOG Kongresses der mit einer Gesamtsumme von EUR 20‘000 hochdotierte CAMLOG Foundation Forschungspreis vergeben. Von der Jury wurden Veröffentlichungen ausgewählt, die über den Einfluss des Abutmentmaterials, die Auswirkungen der Belastung auf das Interface und die Bedeutung der patientenorientierten Planung für die computergestützte Chirurgie berichten. Der Preis wurde an junge, talentierte Forscher und Forscherinnen vergeben, welche Ihre Arbeiten in den zwei Jahren vor dem Kongress veröffentlicht hatten. Professor Florian Beuer, München gewann den ersten Preis. Der zweite Preis wurde an Dr. Christian Mehl, ebenfalls München und der dritte Preis an Dr. Vincenzo Mirisola di Torresanto, Rom verliehen.

 

Una gran fiesta en familia

Die legendäre CAMLOG Party war restlos ausgebucht und gefeiert wurde in einer stilechten Hazienda. Nachdem jedem Teilnehmer mit der Registrierung ein „spanischer Pass“ ausgehändigt wurde, der zum Eintritt berechtigte, startet die „Gran fiesta en familia“ in authentischer Atmosphäre mit ausgezeichneten spanischen Leckereien, traditionellen Künsten und mitreißender spanischer Musik. Mit heißen Tanzrhythmen und dem Auftritt einer Soulsängerin wurde bis spät in die Nacht gefeiert.

 

Fazit

Der 5. Internationale CAMLOG Kongress bot wieder eine gelungene Mischung aus hochstehender Wissenschaft und relevantem Praxisbezug. Die Eindrücke und Gespräche während der beiden Kongresstage überzeugten, dass CAMLOG die Branche auch in Zukunft mitprägen und der Austausch eine wichtige Rolle spielen wird. Ebenso wurde wieder einmal das Motto der CAMLOG Foundation auf faszinierende Weise mit Leben erfüllt: Wissenschaft im Dienst des Patienten!

 

Trailer zum 5. Internationalen CAMLOG Kongress

Trailer zur CAMLOG Party

 

 

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